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IT Outsourcing:
Grundlagen - Vorgehen - Zeitplanung 
Bis Anfang
der neunziger Jahre führte das Outsourcing zahlreicher
Host-Architekturen zu Outsourcing-Wellen in
vielen Industrien. Die Projekte über Outsourcing-Untersuchungen
verliefen nach einem vergleichsweise einfachen
Schema. Die damaligen Anwendungslandschaften
waren noch nicht so änderungsintensiv, die Systeme
und Rechnerstrukturen waren monolitischer, die
Änderungsgeschwindigkeit des Gesamtsystems war
überschaubarer. Das Gesamtsystem „Informationstechnologie“
war für einen Outsourcing-Partner in seiner
Komplexität beherrschbarer und leichter zu kalkulieren.
Auseinanderentwicklung durch Client-Server
Architekturen
Die Einführung
von Client-Server Architekturen in den Unternehmen
ab Mitte der achtziger Jahre führte zu einer
Welle von Dezentralisierungsprozessen, insbesondere
in Unternehmen mit dezentralen Organisationsstrukturen
und einer entsprechenden Kultur. Für unternehmensinterne
Funktionen, welche nicht unmittelbare Geschäftsfunktionen
waren, boten Client-Server Architekturen eher
die Möglichkeit, unter Heranziehen der Interpretationsmöglichkeiten
aus „IT follows Strategy“, sich gemäß einer
dezentralen Organisation auszurichten. Client-Server-Systeme
führten durch ihre angebliche Offenheit, einfachere
Beherrbarkeit und günstigeren IT-Kostenstrukturen
(aus Sicht dezentraler Organisationseinheiten)
oftmals zu dezentralen IT-Strukturen. Zentrale
IT-Bereiche wurden partiell oder vollständig
aufgebrochen und reduziert, Fachbereiche und
Standorte erhielten dezentral Server-Architekturen
mit entsprechend ausgestatteten IT-Organisationsstrukturen.

Aus dem
zu weit interpretierten „IT follows Strategy“
entwickelten sich die Anwendungen, Datenstrukturen,
Systeme und Rechnerarchitekturen oftmals zu
weit auseinander. Dezentrale Organisationsstrukturen
mit einheitlichen oder harmonischen Softwarearchitekturen
benötigen entsprechende Managementfunktionen,
um der Gefahr einer Auseinanderentwicklung zu
entgehen.
Selbst
in einer durch die IT-Strategie vorgegebenen
„homogenen Anwendungslandschaft“ kann sich unterhalb
der Software-Anwendungsebene in derartigen Unternehmensstrukturen
und -kulturen quasi alles auseinander entwickeln,
z.B.
- genutzte
Funktionalitäten der Anwendungsmodule, - im
Einsatz befindliche Releasestände, 
- eingesetzte
Software Engineering Methoden, - Konfiguration
und Nutzung der Anwendungsmodule,
- Datenstrukturen, - Betriebssysteme
(Windows NT, Unix-Derivate),
- Client-Server-Systeme
(verschiedene Hersteller), - etc.
Eine Harmonisierung
und Konzentration ausgewählter IT-Leistungen
sollte deshalb frühzeitig initiiert werden.
Für diesen Prozeß kann ein Outsourcing-Partner
der Verrichtungsgehilfe sein, um die Auswüchse
der Unternehmenskultur und dezentralen Organisation
und die damit verbundenen zusätzlichen „Kulturkosten“
für die Bereitstellung der Informationstechnologie
zu reduzieren.
Nutzen einer Outsourcing-Untersuchung

Der Vergleich
der internen Informationstechnologie mit potentiellen
Outsourcing-Partnern erfordert eine gründliche
Outsourcing-Untersuchung. Eine professionelle
Outsourcing-Untersuchung kann für ein Unternehmen
bei entsprechender Dimensionierung des Outsourcing-Untersuchungsbereiches
erheblichen Nutzen bieten (z.B. mehr als 1.000
Anwender, die von mehreren international verteilten
Rechenzentren bedient werden). Es können folgende
Nutzenkategorien neben der eigentlichen Fragestellung
intern vs. extern auftreten:
Interne Erkenntnisse
und Nutzen:
- Ggf. die Auflockerung
von kulturellen Barrieren innerhalb einer
größeren Geographie (innerhalb der Informationstechnologie),
- Übergeordneter (ggf. internationaler) Erfahrungsaustausch,
- Ggf. das spätere gemeinsame Angehen von Projekten
und die spätere Bearbeitung von
ausgewählten Linienaufgaben,
- Detaillierter Überblick über die internen
IT-Kompetenzen,
- Transparenz über die IT-Infrastrukturen,
- Vergleich der internen Kostenstrukturen,
- Benchmarking zwischen
den Rechenzentren,
- Ggf. eine detaillierte Rollenverteilung zwischen
IT und den Fachbereichen in den
einzelnen Ländern,
- Vergleich von Service-Level
Requirements zwischen verschiedenen Leistungsprozessen,
Standorten, Organisationen und Ländern,
- Mindestgrößen (Anzahl
der Anwender, etc.) für einen wirtschaftlichen
Betrieb
eines Rechenzentrums,
Nutzen aus dem Angebotsvergleich
und den Referenzkunden der Outsourcing-Partner:
- Detaillierte Bewertung der Kompetenzen der
Outsourcing-Partner,
- Vergleich des internen
IT-Betriebskonzeptes und der Verteilung von
IT-Leistungen
(z.B. Anwendungssupport, Betriebssupport, Verteilung der Server) mit den
Konzepten der
Outsourcing-Partner,
- Projekttypen
und Projektgrößen/-dimensionen, die von den
einzelnen Outsourcing-Partnern
realisiert werden,
- Überblick über die Outsourcing-Modelle
und den Outsourcing-Betrieb bei externen
Referenzkunden,
- Möglichkeiten und Grenzen über die inhaltliche
Fassbarkeit von Outsourcing-Verträgen,
- Motivationsgründe
für das Outsourcing, Outsourcing-Umfang und
Nutzen von
Outsourcing- Projekten bei den Referenzkunden,
- Vergleich der internen
Service-Level-Requirements mit den SLA´s der
Outsourcing-Partner
- Vergleich der internen
Gesamtkosten mit den Kosten der Outsourcing-Partner

Vorgehen einer Outsourcing-Untersuchung
Das Projektmodell
muss sicherstellen, dass eine abgesichert Empfehlung
abgegeben werden kann. Eine Empfehlung basiert
auf der Synthese aus den Ergebnissen der Nutzwertanalyse,
Kostenanalyse (Cost of Ownership Analysis),
den Transitionsmodellen sowie einer Risikobetrachtung
für die jeweiligen Optionen aus den Outsourcing-Angeboten
mit dem Vergleich einer internen Weiterentwicklung.
Eine Outsourcing-Untersuchung
besteht aus acht Schritten. Der erste Schritt
ist die Erstellung einer Outsourcing-Requirements
Description, dem Pflichtenheft, welches neben
den Anforderungen an die zu erstellenden Angebote
der Outsourcing-Partner, die Basis für die Ausschreibung
darstellt. Weitere Schritte sind:
-
Auswahl der Outsourcing-Partner
-
Kick-Off Meeting mit
den Outsourcing-Partnern
-
Während der Erstellung
der Proposals durch die Outsourcing-Partner:
Untersuchung der Referenzkunden der Outsourcing
Partner und Vorbereitung des Evaluationsprozesses
-
Nach Eingang der Proposals:
Erste Bewertung und Erarbeitung der Fragen
für die Präsentationen und Gespräche mit
den Outsourcing-Partnern
-
Durchführung der Präsentationen
von ausgewählten Outsourcing-Partnern

-
Abschließende Bewertung
der Outsourcing-Partner
-
Erarbeitung der Empfehlung
und der nächsten Schritte
-
Vorbereitung einer
Entscheidungsgrundlage für das Management
Im über 100 Seiten umfassenden
Dokument werden u.a. folgende Kernfragen behandelt:
-
Worin bestehen die
Unterschiede zwischen Sourcing, global Sourcing
und Outsourcing?
-
Was ist umrissen unter
Outsourcing zu verstehen?

-
Worin bestehen die
Unterschiede zwischen Auslagerung und Ausgliederung?
-
Was sind die Gründe
für das Outsourcing von IT-Leistungen?
-
Was sind die jeweiligen
Risikokategorien für das Outsourcing-von
IT-Leistungen?
-
Welche Interessensgruppen
mit den jeweiligen Motivationsfaktoren gibt
es beim Outsourcing von IT-Leistungen?
-
Welches sind die Schlüsselelemente
zur Ableitung einer Outsourcing-Empfehlung?

-
Wie sieht ein Projektmodell
für eine Outsourcing-Partner Analyse aus
(von der Outsourcing-Pflichtenhefterstellung
bis zur Empfehlung)?
-
Was sind Service-Level-Agreements
(SLAs) und welche Bedeutung haben SLAs im
Outsourcing-Pflichtenheft?
-
Was bedeutet ITIL und
worauf kann aufgesetzt werden?
-
Wie können Service-Level-Agreements
beschrieben werden?
-
Was sind typische Service-Level-Agreements
für ein Anwendungssystem?

-
Was sind typische Aufgabenkategorien
für ein Service-Level-Management in Anlehnung
an ITIL?
-
Was ist eine RAEW-Matrix
und welche Bedeutung hat eine Verantwortungs-
und Aufgabenverteilungsmatrix im Outsourcing-Pflichtenheft?
-
Wie sehen praktische
Gliederungsbeispiele für ein Outsourcing-Pflichtenheft
aus?
-
Anhand welcher grundsätzlichen
Kriterien können die Outsourcing-Angebote
bewertet werden?
-
Welcher Nutzen resultiert
aus einem professionellen Angebotsvergleich
der Outsourcing-Angebote?

-
Wie sehen praktische
Beispiele für eine Gliederung eines Outsourcing-Vertrages
aus?
-
Wie sieht der Projektzeitplan
mit den acht Projektschritten zur Outsourcing-Partner
Evaluation aus (von der Pflichtenhefterstellung,
Angebotserstellung, Bewertung bis hin zur
Ableitung einer Empfehlung)?
-
Warum benötigen bestimmte
Aktivitäten im Rahmen einer Outsourcing-Untersuchung
eine Mindestzeit?
Gliederung
-
Einführung
und Motivationsfaktoren

-
Vorgehen
und Ereignisse
-
Zeitrahmen
und Projektorganisationen
-
Anhang:
Literatur- und Internet-Quellen
über
IT-Outsourcing: Grundlagen - Vorgehen - Zeitplanung
(PDF)
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